Serbische Literatur im Wandel

Von den ersten Romanen bis zu zeitgenössischen Stimmen – Geschichten, die unsere Identität formen.

Die serbische Literatur erzählt von Menschen, Ideen und Gefühlen, die Grenzen überschreiten. Werke, entstanden aus dem Wunsch, die Welt zu verstehen und zu verändern, sprechen noch heute zu uns. Bücher sind nicht nur Vergangenheit – sie sind unser Spiegel.

Hervorgehobene Gedichte

Verse, die bleiben, selbst wenn das Buch geschlossen ist.

Eine Auswahl von Gedichten serbischer Autoren, die die Vielfalt und Tiefe der serbischen Literatur widerspiegeln.

SANTA MARIA DELLA SALUTE

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Hervorgehobene Prosa und Dramen

Ausgewählte Erzählungen, Prosatexte und Dramen

Die Miete (Auszug)

Der Held der „Miete“, die Nušić als „Scherz in einem Akt“ bezeichnete, ist ein kleiner Beamter mit Frau und vier Kindern. Sein Gehalt ist so gering, dass die Familie kaum über die Runden kommt. Seit fünf Monaten können sie nicht einmal die Miete bezahlen. Da er sich für Frau und Kinder keine echte Reise leisten kann, schenkt er ihnen „das billigste Vergnügen“ – die Einbildung.

B

Branislav Nušić

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Das Fass

Das Fass

Als im Jahr 1912 in der Zagreber Zeitschrift Savremenik Isidora Sekulićs erste Prosaarbeit Bure (Das Fass) veröffentlicht wurde, war sofort spürbar, dass hier etwas anderes geschrieben und erzählt wurde, als man es bis dahin in der serbischen Prosa kannte. In derselben Zeitschrift vermerkte dies zuerst jener rührende, aber hellsichtige „Vielschreiber“ und Zeitgenosse Matoš: „In letzter Zeit gibt es viele Neuigkeiten bei den Serben und Kroaten, aber nur wenige, sehr wenige literarische. Nachdem ich hier Das Fass gelesen hatte, dachte ich: – Hinter dieser angeblichen Isidora Sekulić verbirgt sich gewiss ein Mann von raffinierter Empfindsamkeit, der uns mit einem weiblichen Pseudonym mystifiziert, denn heute gibt es keine Frau, die schreiben könnte: ‘Mit meinem Körper fühlte ich, wie der Abend niederfiel.’ ‘Ein Vogel, hell wie ein zersprungener Stern.’ ‘Ein Schmetterling, bunt, als wäre er durch den Regenbogen geflogen.’ ‘Eine graue Melodie des Schweigens und der Stille.’ (Welche Musik!)“ Eine Lehrerin aus Šabac, die mit ihrem ersten Buch bereits eine „fertige Schriftstellerin“ wurde und sogleich in die Geschichte der serbischen Literatur eintrat; eine scharfsinnige Dame vom Topčider-Hügel, die auch im einundachtzigsten Lebensjahr nicht „fertig“ war mit ihrer Arbeit, sondern sie stärker betrieb als je zuvor in ihrem literarischen Dienst; eine authentische Kosmopolitin, die sich in keiner Kultur oder Epoche niedergelassen hatte und die dennoch doppelt so sehr „unsere“ war, wie ein nicht unbedeutender Engländer und Franzose zusammen; eine Dichterin, die in der Literatur nicht viel Glück hatte, dies aber in ein einzigartiges, großes literarisches Schicksal zu verwandeln wusste; eine der Schlüsselfiguren der modernen serbischen Literatur, die sich in keiner ihrer fünfzehn Bücher vollends verwirklichte, deren Fragmentarität selbst Schicksal war – sie verwirklichte sich im Ganzen ihres Schreibens. In jedem ihrer Sätze, in ihrem ganzen Werk, in ihrem ganzen Leben nach Maß ihres Schreibens verkörperte sie bald höchste Ruhe, bald die unstillbare Unruhe – dichterisch und menschlich zugleich. Kurz gesagt: eine Frau, die unserer Kultur widerfahren ist; eine Schriftstellerin, deren Name unter diesen beiden Bänden der „Hundert Bücher der serbischen Literatur“ steht. In dieser Literatur jedoch bedeutet Isidora Sekulić nicht nur einen unschätzbaren literarischen Ertrag, sondern auch eine geistige Formel der heimischen Kultur.

I

Isidora Sekulić

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