Ben Akiba - Über Uns

Ende des Jahres 1905 übernahm er, auf Einladung der Gründer der Zeitung Politika, der Brüder Vladislav und Darko Ribnikar, die regelmäßige Rubrik Aus dem Belgrader Leben, in der er unter dem Pseudonym Ben Akiba humorvolle Feuilletons veröffentlichte, die sehr schnell an Popularität gewannen. Bis 1910 veröffentlichte er mehrere hundert Feuilletons, die ein interessantes Zeugnis über das Leben in Belgrad zu Beginn des 20. Jahrhunderts darstellen.
Im Wesentlichen lebte Nušić damals vom Journalismus. Als außergewöhnlich scharfsinniger Beobachter des Alltagslebens schilderte er mit Witz und ohne satirischen Anspruch zahlreiche Akteure in den dynamischen Ereignissen der Hauptstadt, die sich zu jener Zeit in geistigem wie auch in materiellem Aufschwung befand. Nušićs Feuilletons, die er 1907 in Buchform veröffentlichte, stießen auf eine negative Kritik Jovan Skerlićs (über die Feuilletons), der zwar zutreffend feststellte, dass Nušić kein Schriftsteller sei, der sich ein Publikum schaffe, sondern ein Autor, den das Publikum selbst erschaffe, ihm jedoch zu Unrecht vorwarf, er besitze weder geistige Tiefe noch Reinheit des Gefühls noch moralische Autorität für eine politische und gesellschaftliche Satire …
Im Gegensatz zu Skerlić zeigte Antun Gustav Matoš weitaus mehr Wohlwollen gegenüber Nušić: „Nušić ist ein geborener Journalist, der in diese neueste und aktuellste Form unserer Literatur jenen liebenswürdigen und unterhaltsamen Ton des Plauderns, des Scherzes und der Phantasie einbringt, durch den der Journalismus in die Literatur und die Literatur in den Journalismus eintritt, das Kleine in ein Ereignis und das Ereignis in eine Kleinigkeit verwandelt, aus dem Feuilleton eine Chronik macht – ein tägliches Vorwort über die alltägliche menschliche Komödie, die durch die Zeitung in die Tragik der Weltgeschichte eingeht.“
Prof. dr. Raško V. Jovanović
Der Text wurde aus dem Buch Ben Akiba – Über uns übernommen und mit Genehmigung der Nušić-Stiftung veröffentlicht.
