Überblick über die mündliche Tradition in epischen, lyrischen und lyrisch-epischen Formen.

DIS – EIN DICHTER, DER ZU FRÜH KAM?
Ein literarischer Abend mit Gespräch, zweisprachiger Lyrik und Musik widmet sich Vladislav Petković Dis, einem der eigenwilligsten Dichter der serbischen Moderne. Im Mittelpunkt stehen die anfängliche Ablehnung seiner Dichtung, ihre spätere Neubewertung und sein Einfluss auf nachfolgende Dichter wie Miloš Crnjanski.
War Vladislav Petković Dis (1880–1917) ein Dichter, der seiner Zeit voraus war? Seine von Traum, Liebe, Tod und Gesellschaftskritik geprägte Lyrik stieß zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf heftige Ablehnung. Heute gilt Dis als eine der bedeutendsten Stimmen der serbischen Moderne.
Ein besonderer Schwerpunkt des Abends liegt auf Dis’ Einfluss auf Miloš Crnjanski (1893–1977). Welche Spuren hinterließ Dis’ poetische Welt im Werk des jüngeren Dichters, und wie entwickelte Crnjanski diese Impulse weiter?
Darüber sprechen Prof. Dr. Jovan Delić (Universität Belgrad) und Prof. Dr. Robert Hodel (Universität Hamburg). Das Gespräch führt vom literarischen und bohemischen Belgrad zu Beginn des 20. Jahrhunderts über die zeitgenössische Kritik an Dis bis zu seiner Bedeutung für die moderne serbische Lyrik.
Ausgewählte Gedichte werden im serbischen Original und in deutscher Übersetzung vorgestellt. Die deutschen Texte liest der Schauspieler Tom Seidenfaden. Die Sopranistin Ivana Jaeckel und der Pianist Aleksandar Raos gestalten den musikalischen Teil mit Liedern, die an die städtische Musikkultur zu Dis’ Lebzeiten anknüpfen.
Konzeption und Moderation: Snežana Lalatović
18. November 2026
Universität Hamburg · Institut für Slavistik
Von-Melle-Park 6 · 20146 Hamburg
Veranstalter: Förderverein Slovobrücke e.V.
Mit Unterstützung der: Südosteuropa-Gesellschaft e.V., Zweigstelle Hamburg
Vorkenntnisse der serbischen Literatur sind nicht erforderlich.

