Der Vor-Kosovo-Zyklus
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Der Vor-Kosovo-Zyklus der serbischen epischen Dichtung umfasst Lieder, deren Handlungen vor der Schlacht auf dem Kosovo (srp. Kosovo Polje = dt. Amselfeld) (1389) spielt, hauptsächlich vom Ende des 12. Jahrhunderts bis 1389. Darin werden historische Persönlichkeiten wie die Nemanjić-Dynastie und die Mrnjavčević-Familie erwähnt, allerdings mit wenigen tatsächlichen historischen Details – die Lieder vermitteln eine volkstümliche Sichtweise auf die mittelalterlichen Adligen und ihren Aufstieg. Die Hauptmotive sind Heldentum, Tapferkeit und Weisheit einzelner Figuren wie Miloš Vojinović und Herzog Momčilo, die das Ideal des serbischen Helden verkörpern: mutig im Kampf, listig gegenüber Feinden und loyal gegenüber ihrem Volk. Die Lieder dieses Zyklus' gehören zu den ältesten serbischen epischen Gedichtern und sind zahlenmäßig begrenzt.
Die Hauptthemen sind Machtkämpfe, Ritterlichkeit, Moral und der Bau heiliger Stätten.
Quelle: Wikipedia (sr.wikipedia.org) — Artikel „Преткосовски циклус“
Gedichte im Zyklus
5 GedichteDie Erbauung von Skadar
Heirat Dušans
„Die Heirat des Dušan“ gehört zu den bekanntesten Liedern des vorkosovischen Zyklus. Sie folgt dem Weg von Zar Stefan Dušan auf der Suche nach einer Braut, die seiner Macht und seinem Ruhm würdig ist. Die Wurzeln der Erzählung verbinden Geschichte und Überlieferung: Dušan ist eine historische Gestalt, doch seine epische Vermählung wird zu einer Geschichte über Heldentum, kaiserliche Würde und die Prüfungen, die zur Wahl einer „königlichen Jungfrau“ führen. Das Lied vereint Pracht, Bräuche und die Poetik des serbischen heroischen Volksliedes.
Uroš und die Mrnjavčevićen
Das Lied stellt den Konflikt zwischen dem jungen Zaren Uroš und den mächtigen Mrnjavčević als moralisches Drama des Reichsuntergangs dar. Die historischen Umstände – ein schwacher junger Herrscher, die Ambitionen der Großen und der Zerfall des Staates – sind in eine volkstümliche Erzählung über Zwietracht und Machtmissbrauch verwandelt.
