Überblick über die mündliche Tradition in epischen, lyrischen und lyrisch-epischen Formen.

Leipziger Literaturverlag erhält den Deutschen Verlagspreis 2026
sisifo // Leipziger Literaturverlag gehört zu den Preisträgern des Deutschen Verlagspreises 2026. Für Slovobrücke hat diese Auszeichnung eine besondere Bedeutung: Der unabhängige Verlag schafft seit vielen Jahren einen wichtigen Raum für serbische Literatur in deutscher Übersetzung.
Die Verbindung des Leipziger Literaturverlags zur serbischen Literatur reicht mindestens bis ins Jahr 2008 zurück, als eine zweisprachige Ausgabe von Miloš Crnjanskis Ithaka erschien. Seit 2010 arbeitet der Verlag intensiv mit dem Slawisten und Übersetzer Robert Hodel zusammen. Aus dieser Zusammenarbeit ist eine ganze Reihe von Publikationen zur serbischen Literatur hervorgegangen.
Dazu gehören die Anthologie Hundert Gramm Seele. Serbische Poesie aus einem halben Jahrhundert, die 28 serbische Dichterinnen und Dichter vorstellt, Momčilo Nastasijević mit Sind Flügel wohl …, Dragoslav Mihailović mit dem Erzählband Wie ein Fleck zurückblieb sowie Bora Stanković mit Erzählungen vom Balkan. Anfang 2026 erschien außerdem Rastko Petrovićs Der sechste Tag, herausgegeben und übersetzt von Robert Hodel.
Auch Desanka Maksimović ist im Verlagsprogramm vertreten. Ihr Gedichtzyklus Ich bitte um Erbarmen (Tražim pomilovanje) erschien als zweisprachige Ausgabe in der Übersetzung von Wolfgang Eschker.
Zu den neueren Veröffentlichungen gehört Kind aus dem Wasser, eine Auswahl von Texten Milan Mladenovićs, die Elvira Veselinović erstmals ins Deutsche übertragen hat.
So begegnen sich im Programm eines unabhängigen deutschen Verlags sehr unterschiedliche Generationen serbischer Literatur: von Desanka Maksimović, Miloš Crnjanski, Bora Stanković, Momčilo Nastasijević und Rastko Petrović über Dragoslav Mihailović und zeitgenössische serbische Lyrik bis hin zu Milan Mladenović.
Der Deutsche Verlagspreis 2026 ist deshalb auch ein Anlass, daran zu erinnern, welche wichtige Rolle unabhängige Verlage, Übersetzerinnen und Übersetzer sowie Slawistinnen und Slawisten dabei spielen, serbische Literatur im deutschsprachigen Raum zugänglich zu machen.
Wir gratulieren Viktor Kalinke und dem Team des Leipziger Literaturverlags zu dieser Auszeichnung.
Serbien erlesen: Gespräch mit Viktor Kalinke
Im Gespräch mit Milorad Živojnov spricht Viktor Kalinke über den Leipziger Literaturverlag und seinen Blick auf serbische Literatur.

