Владика ДанилоИгуман СтефанСердар Јанко ЂурашковићСердар РадоњаСердар ВукотаСердар Иван ПетровићКнез Раде, брат владике ДанилаКнез БајкоКнез РоганКнез ЈанкоКнез НиколаВојвода ДрашкоВојвода МилијаВојвода Станко (Љуботињанин)Војвода БатрићТомаш МартиновићОбрадВук РаслапчевићВукота МрваљевићВук ТомановићМнозинаБогдан ЂурашковићВук МићуновићВук МандушићВук ЉешевоступацПоп МићоСестра БатрићеваХаџи-Али Медовић, кадијаСкендер-АгаМустај-КадијаАрслан-Ага МухадиновићФерат Зачир, кавазбашаРиџал ОсманЈедна баба

Ämter und Ehrentitel

Bischof (vladika): in der orthodoxen Kirche ist ״vladika “ die Bezeichnung für den Bischof. In Montenegro war dieser wegen der spezifischen gesellschaftlichen Organisation bis zu Njegošs Tod (1851) nicht nur das kirchliche Oberhaupt, sondern seit Danilos Zeit dank seiner geistlichen Autorität auch Träger einer gewissen politischen Macht und Symbol des die Stammesgegensätze übergreifenden Einheitsgedankens.

Danilo und seine Nachfolger bereiteten auf diesem Wege die Staatswerdung vor.

Serdar: Vorsteher der Nahi, eines Verwaltungsbezirks, der mehrere Stämme umfassen kann.

Voivode (vojvoda): eigentlich der militärische Anführer, ursprünglich wohl von der Stammesversammlung gewählt; später wurde die Würde meist in der Familie erblich wie die des Serdar und Knez. Vielfach dann auch die Bezeichnung für Stammesführer.

Knez: im Mittelalter der Dorfvorsteher; in der Stammesverfassung, wonach der Stamm (pleme) aus mehreren Sippen (bratstvo) besteht, ist der Knez ursprünglich das Oberhaupt einer solchen Sippe. Gemäß Vuk Karadžic steht er der Würde nach and ritter Stelle (nach dem Serdar und Voivoden).

Im übrigen haben diese Ämter und Titel weder regional noch zeitlich immer den gleichen und strengumgrenzten Inhalt. Durch Vererbung in der Familie können sie im Laufe der Zeit zu bloßen Ehrentiteln herabsinken. Die Inhaber der genannten Ämter, aber auch andere angesehene Vertreter der Stämme und Sippen traten in Montenegro auf Einladung des Bischofs zusammen, um wichtige gemeinsame Angelegenheiten zu beraten und zu entscheiden.

Bischof Danilo: aus dem Stamm Njeguši, ca. 1670— 1735, 1700 zum Bischof geweiht, entfaltete eine stärkere, auch außenpolitische Tätigkeit in Anlehnung an das Rußland Peters des Großen, später auch an Venedig. Dadurch erwarb er sich bei den Gebirgsstämmen größere Autoritat und politische Macht. Wegen der ihm zugeschriebenen ״Türkenausrottung“ vgl. Einleitung. Seit Danilo verblieb das Bischofsamt in der Fam ilie Petrovic, der auch die weltlichen Herrscher Montenegros (Fürst Danilo 1851— 1860, Nikola 1860— 1918, ab 1910 König von Montenegro) entstammten.

Auch die übrigen Personen (Einzelheiten, soweit notwendig, im Kommentar) sind — wie P. Popović und in neuester Zeit R. Dragičevic nachgewiesen haben — entweder urkundlich bezeugt oder leben im Gedächtnis des Volkes, in Lied und Erzählung weiter. Eine Ausnahme bildet der blinde Abt Stefan, für den sich aus der Zeit Danilos keine Entsprechung nachweisen läßt. Im übrigen hat sich Njegoš, ein ausgezeichneter Kenner der Geschichte und der mündlichen Überlieferung seines Landes, sogar bei Nebenpersonen und nebensächlichen Einzelheiten stets bemüht, die historische Glaubwürdigkeit nicht zu verletzen. Bei Vuk Mandušić handelt es sich vielleicht um eine andere Person als den gleichnamigen Uskoken, der schon 1648 gefallen ist und in vielen Liedern besungen wird . Ebenso wie die historischen werden auch die geographischen Einzelheiten (Stammesgrenzen, Wohnsitze, Entfemungen, Verkehrswege usw.) von Njegoš genau beachtet.

Petrović Njegoš, Petar II. Der Bergkranz. Einleitung, Übersetzung und Kommentar von A. Schmaus. München: Verlag Otto Sagner; Belgrad: Prosveta Verlag. 1963