Die Nacht, wertvoller als Leben
La douceur de l’haleine de cette deessesurpassait tous les parfums de l’Arabie heureuse
Die blaue Luna mit klarem Antlitz aus herrlicher Schönheit grüßt, unter sternerfülltem Feld sie am stillen Frühlingsabend fließt, sie vergießt magische Strahlen, manch' geheimes Gefühl ergreift, weshalb sterblicher durst'ger Blick in diesem süßen Reiz rumstreift.Über ihr in Schwärmen Sterne diamant'ne Reigen führen, unter ihr sich Tropfen schwärmend auf dem Wasser zuhauf rühren; die Nachtigall lässt singend aus dem Busch das Herz erwärmen und kleinen Kometen ähnlich, Glühwürmchen umherschwärmen.Vor dem Zelt, auf buntem Teppich sitze ich in Gedanken, derweil meine scharfen Blicke in dieser Schönheit herumschwanken. Sinne sind mir völlig nüchtern, Gedanken außer Rand und Band;Gottes Schönheit mir nun völlig nimmt in Anspruch den Verstand. Solle ich zu mir zurückkehren, ins nichtige Menschentum, doch beraubt meines Thrones, eine kleine Gottheit bin ich nun; mit Vorgefühl, einem süßen, Dianas Gang in vollem Glanzmir die durstige Seele tränkte - ich schaue ihren blauen Kranz. Oh, du ideales Erbe, das die Unsterblichkeit ernährt, womit den Bund mit dem Himmel die Menschenseele nun erfährt!Gehör und Seele, voller Hoffnung, sind sich über Vieles klar: Sie nehmen nun auf der Wiese jede Regung spornstreichs wahr!Öffnet sich die Blumenknospe, oder Taus Tröpflein fällt, das in meinem Gehör donnert, wie Getöse in mir gellt, wenn Vögelchens zarte Flügel erzittern im dichten Rasen. es schaudert mich paradiesisch, Schwingungen den Kopf erfassen. Ein Augenblick ist jede Stunde - meine Zeit bleibt jetzt stehen;meine Kräfte sind auf Lauer, die Augen irren - um zu sehen. Sieh plötzlich die schöne Elfe, die leichtfüßig zu mir rennt; Unsterblichen, seid mir neidisch auf diesen heiligen Moment! Dieser Elfe leichter Gang ist gleichwie wenn Aurora schreitet, wenn von ihrer Silberschwelle sie über den Frühling gleitet;der jungen Elfe schönes Antlitz dem der Athene tut Genüge, den Spiegel und all Schmieren verachten seine feinen Züge. Halt an, Luna, den weißen Wagen, verlängere mir die Wonne, so wie die Elfen über Sinop hielten einmal auf die Sonne.Sie steht vor mir und ich schließe in Umarmung sie beseelt, den heil'gen Wunsch zu erfüllen, ich führe sie in das Zelt.Die Flamme der Kerze flackert, die herrliche Luna scheint; die feurige Seele und die Aufgetaute sind vereint.
Gottes Küsse zwei liebe Seelen zusammenschließen. Ach, Küsse, Gottes Manna, Edens Schönheiten ergießen! Den heil'gen Balsam und die besten Aromaten aller Sippen,die der Himmel gab der Erde, ich sauge von ihren Lippen. Vollkommenheit der Genesis; Gottes Kräfte, die nie schlaffen, nichts Schöneres als sie schufen- und würden es auch nicht schaffen! Süß ist ihr kleines Mündchen, engelhaft die prallen Wangen, von tausenden Gefühlen kann ich mit Worten nicht eins fangen! Ihre runden weißen Brüste mit feurigem Heiligschein süß verlockend sich erhärten, wie Äpfel aus Elfenbein; ihr schwarzes Haar in Wellen die Edens Brüste spielend schmückt … O Herrlichkeit! Sterblicher, werde davon nicht verrückt! Stolzer sind die weißen Brüste unter den schwarzen Wellen, als der stolze Berg, der ragt unter ewigen Schneefällen, den ich bei dem Sonnenaufgang aus dem Blumental betrachte, durch das dünne Netz des Nebels seine Größe begutachte. Ich spiele mit ihren Äpfeln - zwei glückliche Welten zücken, zur unsterblichen Entzückung den Glücklosen zu beglücken; den Schweiß ich mit ihrem Haar wische ab mir vom Gesicht... Ich würd' ihr geben all mein Dasein, all meines Ruhmes Licht. Unsre Münder sich nicht trennen - ein Kuss hielt die ganze Nacht! Doch ich bin noch nicht gesättigt von Küssen und all der Pracht; zwei Blicke sind verbunden durch eine Kraft, die magisch, hehr, wie die Sonne mit ihrem Abbild, wenn sie gleitet übers Meer. Die Macht der Luna geht an Phoebus zur ersten Morgenstunde und meine junge Schöne ist aus den Augen mir verschwunden!
Übersetzung: Johann Lavundi